Alle Fabrikate, VAG Konzern, Opel – Hoher Ölverbrauch nach Zylinderkopfreparatur oder Zahnriemenschaden

In letzter Zeit kommt es häufig vor, dass sich bei den genannten Fahrzeugen nach einer Zylinderkopfreparatur ein sehr hoher Ölverbrauch einstellt. Oft hatten die Motoren bis zur Zylinderkopfreparatur keinen oder nur geringen Ölverbrauch.

Wir hatten die Probleme bisher überwiegend an Opel 16V 1,6  und  VW Konzern 1,6 AHL,BSE und alle 3 Zylinder Benziner aber auch schon an anderen Fabrikaten und Motoren. Diese Probleme entstanden sowohl bei vorausgehendem Ventilschaden, als auch beim alleinigen Erneuern der Zylinderkopfdichtung. Verständlicherweise wird dann zunächst vermutet, dass bei der Zylinderkopfinstandsetzung durch uns oder den Betrieb eines Kollegen ein Fehler gemacht wurde, was auch nahe liegt, da bis zu der Reparatur kein Ölverbrauch bestand. Nach Recherchen tauchen diese Probleme ausschließlich an Motoren mit dreiteiligen Lamellenölabstreifringen auf.

Wir haben uns intensiv mit dem Problem beschäftigt und folgende Ursachen ermittelt: 

Moderne Ölabstreifsysteme bestehen aus hochflexiblen, dreiteiligen Konstruktionen. Diese Ringe wurden aufgrund der Forderung nach geringer Reibung und daraus resultierender Verminderung des Kraftstoffverbrauchs bei fast allen Fahrzeugherstellern eingeführt und sind heute Stand der Technik. Die Konstruktion gewährt durch ihre Flexibilität auch bei starken Zylinderverzügen höchste Abstreifwirkung bei geringer Reibung. Sie besteht aus einer Feder und zwei Abstreiflamellen. Die Feder ist so ausgeführt, dass durch eine Kante die Lamelle über den ganzen Umfang mit gleichem, möglichst geringem Druck an die Zylinderwand gedrückt wird. Die beiden Stahlbandlamellen stützen sich auf einen Federring ab. Im Betrieb entsteht Verschleiß an der Kontaktstelle von Feder zu Abstreiflamelle. Die Kontaktstellen nutzen sich schräg ab. In Fachkreisen nennt man das Sekundärverschleiß.

Durch das Pressen des Kolbens gegen die Zylinderwand im Ringbereich können sich die Lamellen in den Federn und Ringnuten regelrecht verklemmen und den Freigang behindern. Die Lamellen verlieren so den Kontakt zur Zylinderlauffläche und damit ihre Abstreifwirkung.
Das Pressen des Kolbens gegen die Zylinderwand kann entweder durch Aufschlagen der Ventile bei einem Zahnriemenschaden oder auch durch das Hin- und Herdrücken des Kolbens durch den ausführenden Monteur entstehen. Die gängige Praxis, den Kolben am Kolbenboden zur visuellen Spielprüfung im Zylinder hin und her zu bewegen, kann alleine schon die Ursache sein.

Unsere Reparaturlösung: Bei Problemmotoren sollten die Kolbenringe generell erneuert und die Kolben zur Spielprüfung nicht am Kolbenboden gegen die Zylinderwand gedrückt werden!

 

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